Achsenreferenz V – Andrew Bolt
Andrew Bolt (ist die Quelle des von ihm zitierten Artikels auf Watts Up With That): Konservativer Kolumnist in Australien. Bestreitet die systematische Zwangsentfernung von Aborigene-Kindern aus rassistischen Gründen, die in Australien bis in die 60er-Jahre stattfand. Im Jahr 2002 wurden einer Richterin 246.000$ Schadenersatz wegen eines inakkuraten Artikels von Bolt über ihren Umgang mit zwei Drogendealern zugesprochen.
Klimaskeptiker und Malaria
Malaria hat kaum etwas mit Temperaturen zu tun, selbst in Sibirien war die Malaria lange verbreitet.
Die geographische Verteilung der Malaria (siehe Karte 2005 – aktuelle Karte bei der DTG, Weblinks!) ähnelt der Temperaturverteilung der Erde. [...] Durch die zunehmende Klimaerwärmung wird die polwärtsgerichteten Ausbreitung der Malaria wahrscheinlicher, da die Reifungsgeschwindigkeit der Erreger und die Geburtenrate der Mücken sich mit der Temperatur erhöhen.
Demnächst bei Maxeiner: Die Wikipedia-Verschwörung. Aber nein, das hatte er schon.
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Mehr zu Maxeiners “Wikigate” lässt sich im New Yorker lesen. Sogar der Wikipedia-Gründer gibt zu, dass der Bann gegen den Klimatologen Connolley ein Fehler gewesen war:
…For all its protocol, Wikipedia’s bureaucracy doesn’t necessarily favor truth. In March, 2005, William Connolley, a climate modeller at the British Antarctic Survey, in Cambridge, was briefly a victim of an edit war over the entry on global warming, to which he had contributed. After a particularly nasty confrontation with a skeptic, who had repeatedly watered down language pertaining to the greenhouse effect, the case went into arbitration. “User William M. Connolley strongly pushes his POV with systematic removal of any POV which does not match his own,” his accuser charged in a written deposition. “His views on climate science are singular and narrow.” A decision from the arbitration committee was three months in coming, after which Connolley was placed on a humiliating one-revert-a-day parole. The punishment was later revoked, and Connolley is now an admin, with two thousand pages on his watchlist—a feature that enables users to compile a list of entries and to be notified when changes are made to them. He says that Wikipedia’s entry on global warming may be the best page on the subject anywhere on the Web. Nevertheless, Wales admits that in this case the system failed…
Achsenreferenz IV – Joe d’Aleo
Joe d’Aleo: Meteorologe. Schreibt für einen z.T. von Exxon Mobile finanzierten Think Tank.
Fedora -> Arch Linux
Nach einiger Zeit mit Fedora als meiner bevorzugten Linux-Distribution war es wieder Zeit für einen Wechsel: Ein gekauftes Spiel (X3) brachte ich wegen Problemen mit dem Pulseaudio-Soundserver nicht zum Laufen. Ein anderer Spieler hatte dies zwar unter Fedora geschafft, seine Anleitung funktionierte jedoch bei mir nicht.
Weil ich nicht zurück zu Ubuntu wollte, entschied ich mich für etwas Mutigeres: eine Linux-Distribution, die nicht mit einem weitgehend automatisierten Installer ausgestattet ist, sondern vielmehr vom Benutzer individuell zusammengesetzt wird.
Arch Linux bietet mir die Möglichkeit, aus verschiedenen Modulen mein eigenes System zu bauen. So entschied ich mich dafür, auf Pulseaudio zu verzichten – was bei den meisten aktuellen Distributionen nur noch mit einigem Aufwand möglich ist – und mit Alsa als Soundsystem zu arbeiten, das für mich völlig problemlos funktioniert und alle Spiele anstandslos unterstützt. Wie üblich, verwende ich auch bei Arch Gnome als grafische Oberfläche und den proprietären Nvidia-Treiber für 3D-Beschleunigung. Auf Sicherheitsmaßnahmen wie Festplattenverschlüsselung und Personal Firewalls verzichte ich derzeit, weil ich lieber ein schlankes und schnelles System möchte, bei dem die Fehlersuche nicht zusätzlich erschwert wird. Kein Samba, kein SSH und kein Remote Desktop müssen als Sicherheitskonzept vorerst reichen.
Die Vor- und Nachteile von Arch Linux gegenüber Distributionen wie Ubuntu und Fedora aus meiner Sicht - Vorteile:
- Rolling Release: Im Idealfall muss ich nicht alle X Monate upgraden oder neuinstallieren, nur einige Textdateien müssen zuweilen angepasst werden. Theoretisch könnte ein Arch 10 Jahre lang nur aktualisiert werden.
- Auch unter Gnome als grafischer Oberfläche reagiert alles sehr schnell.
- Weil die Entwickler von Arch Linux Programme wie Firefox, Samba etc. in der Regel praktisch unverändert übernehmen, ist die neueste Software meist zuerst bei Arch zu finden. Das gilt auch für Gnome und KDE. Nur Fedora kann da zuweilen mithalten.
- Die Konfiguration geschieht über Textdateien, ebenso wie die Softwareverwaltung und -aktualisierung. Alles ist sehr transparent und übersichtlich, und man lernt schnell, wie das System funktioniert.
Nachteile:
- Keine ausgefeilte Sicherheitsarchitektur wie etwa bei Fedora: SELinux funktioniert nur mit einigem Aufwand, Pakete sind nicht signiert etc.
- Es gibt keine Unterscheidung zwischen notwendigen Sicherheitsupdates und anderen Aktualisierungen, die man bei Problemen auch einmal blockieren kann. Man muss sich selbst informieren.
- Rolling Release: Mit einer höheren Wahrscheinlichkeit als bei anderen Distributionen kann beim Update etwas Unvorhergesehenes passieren – Adam Williamson hat das elegant ausgedrückt: “The advantage of the rolling model: you don’t have to deal with a big disruptive update every X years. The disadvantage: you have to be ready to deal with a potentially disruptive update every day.”
Für Distrohopper, die zur Ruhe kommen wollen, mag Arch eine Hilfe sein – weil das Einrichten länger dauert und das System so individualisiert ist, überlegt man zweimal, ob man das System wirklich wieder plattmachen will.
Für gehobene Sicherheitsansprüche und komplexe Serverfarmen ist Arch nur begrenzt geeignet, da der Mehraufwand hier beträchtlich ist. Die Hauptzielgruppe dürften private Linux-Enthusiasten sein, die gerne an ihrem Betriebssystem schrauben, und ein Faible für Dinge haben, die elegant, einfach und nach ihren Bedürfnissen maßgeschneidert sind.
Browserlinux
Browserlinux ist eine schlichte und praktische Linux-Distribution, ideal für ruhige Abende auf meinem Bereitschaftsjob.
Der Rechner, den ich dort benutze, ist mit Windows XP ausgestattet, das schon diverse Male mit Malware verseucht und neu aufgesetzt worden ist. Die Peinlichkeit, dass Windows zusammenbricht, während ich im Dienst bin, möchte ich mir gerne ersparen, und hier kommt Browserlinux ins Spiel.
Das System starte ich beim Booten des Rechners von CD und in Nullkommanix habe ich eine spartanische Arbeitsfläche. Jenseits von Firefox 3.5, einem Terminal, einem Dateimanager, Flash, einem pdf-Reader, einem Audio- und einem Videoplayer gibt es fast nichts, auch keinen Texteditor. Dafür läuft Browserlinux komplett aus dem Arbeitsspeicher des Rechners, die CD kann ich nach dem Hochfahren herausnehmen.
Beim ersten Herunterfahren kann ich meine Sitzungsdateien, neu installierte Addons etc. auf einem USB-Stick speichern und auch verschlüsseln, womit ich beim nächsten Booten bereits ein angepasstes System habe. Die Festplatte des Rechners und das installierte Windows bleiben unverändert, und meine Privatsphäre bleibt gewahrt.
Bei der Beschäftigung mit dem Rechner auf meinem Job ist mir aufgefallen, dass Mitarbeiter in der Regel denken, es reiche, die “privaten Daten” des Internet Explorer zu löschen, um keine Spuren zu hinterlassen. Die Existenz der Flash Cookies, die einem Arbeitgeber komfortabel anzeigen, wer wann auf welcher Seite war, hat sich anscheinend noch nicht herumgesprochen.
Achsenreferenz III – Lester Kinsolving
Lester Kinsolving: homophober Pfaffe. Berichtete für eine finanzielle Zuwendung freundlich über das damalige Apartheidsregime in Südafrika. (vgl. Wikipedia)
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(Um nicht missverstanden zu werden: Es geht mir in dieser Serie nicht um den Nachweis, dass es auf achgut.de gar nicht so liberal zugehe wie behauptet. Vielmehr ist dieses “publizistische Netzwerk” beispielhaft dafür, was bürgerlichen Liberalismus nach 9/11 ausmacht, und wie sich die bürgerliche Aufklärung in der spätdemokratischen Gesellschaft selbst zerlegt.)
Heuschrecken, Spinnen, Blutegel?
>>Israel frisst Ostjerusalem auf<<
Natürlich nicht antisemitisch gemeint, sondern einfach eine verrutschte Metapher – nicht wahr?
Achsenreferenz II – Burghard Schmanck
Burghard Schmanck: Baujahr 1938, pensionierter Lehrer. Er war 1999 Landesvorsitzender der Republikaner in Nordrhein-Westfalen. Seit 1996 war er in führenden Positionen in der Partei tätig gewesen. Er trat 1999 aus (vgl. Wikipedia). Auf seiner Webpage findet sich keine Distanzierung zu seiner Vergangenheit, die er dort verschweigt (ältere Versionen seiner Homepage auf archive.org hat er sperren lassen). Heute fristet er seine Online-Existenz als “Klimaskeptiker”; mit einiger Wahrscheinlichkeit schreibt er auch unter dem Pseudonym “Dr. rer. nat. Heinz Bender” (vgl. Google).
