Spam VI
Verfasst von volkerradke am Dienstag, August 22, 2006
Nach der Enttäuschung mit dem Spamfilter von Thunderbird - auch das erneute Trainieren des Spamfilters brachte leider keine wirkliche Abhilfe - stellte sich mir in den letzten Tagen erneut die Frage eines Mailprogramms unter Ubuntu, das v.a. zweierlei können soll:
- zuverlässig Spam erkennen, wobei zuverlässig >95% heißen soll;
- einen Sound bei neuen Mails produzieren soll, allerdings keinen/einen anderen bei Spammails (R. bekundete dazu taktvoll seine Überraschung jemanden zu kennen, der nicht alle Sounds sofort deaktiviert);
Letzteres konnte Thunderbird per default, scheiterte bei ersterem jedoch kläglich. Erstaunlich, dass viele mit dem eingebauten Junk-Filter von Thunderbird zufrieden sind, bei mir erzeugte er auch nach langem Training keine konsistenten Ergebnisse. Das Problem scheint bekannt zu sein, siehe Bugzilla; demnach ist Thunderbird schlechter im Spamfiltern als der originale Mailnews-Client im Mozilla-Paket.
Also begab ich mich auf die Suche nach Mailclients, die unter Linux funktionieren.
Der Spamfilter von Opera ist nach meiner früheren Erfahrung nicht übermäßig effektiv (ca. 90% bei mir), und ich wollte bevorzugt ein Open Source-Programm.
Sylpheed ist ein sehr guter, schlanker Mailclient, der Bogofilter integriert - was für mich perfekt ist, denn Bogofilter rockt - jedoch leider in Sachen Sounds nichts zu bieten hat.
Kmail bietet die Möglichkeit, beliebigen Ordnern keinen oder per Filter einen separaten Sound zuzuweisen, was das ist, was ich brauche. Dass Kmail sogar die von Bogofilter angegebene Spamwahrscheinlichkeit für jede Mail im Interface anzeigt, ist sehr schick; das sind die Spielereien, die ich liebe. Da ich jedoch Gnome verwende (die KDE-Oberfläche macht mich irgendwie unruhig, aber das wird gerade besser), ist diese Option für mich unattraktiv, auch wenn Kmail in Gnome funktioniert.
Endlich wurde ich bei Evolution doch noch fündig: schön, dass auch dort mittlerweile ein Bogofilter-Plugin angeboten wird. Bei Evolution wird zwar auch per default nicht zwischen Spam und Ham unterschieden, wenn’s um Sounds bei neuen Mails geht (was als Bug bekannt ist), jedoch lässt sich dies recht einfach mit Filtern ausgleichen:
- Filterregel “Ham”: Wenn “Nachricht ist nicht unerwünscht”, dann einen selbst definierten “Klang abspielen” ;
- Filterregel “Spam”: Wenn “Nachricht ist unerwünscht”, dann einen selbst definierten “Klang abspielen”.
Da ich es nicht mag, dass Evolution erkannte Spammails automatisch als “gelesen” markiert, füge ich der Filterregel 2 noch hinzu: “Status nicht setzen: Gelesen”* (man scheint bei Evolution Negationen, auch doppelte, nicht nicht zu mögen - Update: dieser Filterregel funktioniert nicht mehr und muss durch diese Regel ersetzt werden)
Unterschiedliche Sounds für die beiden Filter gibt es im Verzeichnis /usr/share/sounds/, damit ist mein Problem gelöst. Einziger Nachteil dieser Filter ist, dass der Sound 1x mal pro Nachricht ertönt - vor dem morgendlichen Abrufen von 80+ Mails empfiehlt sich ein beherzter Druck der Mute-Taste.
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* (Update) “Nachricht ist unerwünscht” sollte ab Evolution 2.22 durch “Status ist unerwünscht” ersetzt werden, weil ersteres nicht mehr zu funktionieren scheint - mehr hier.
Freitag, Mai 16, 2008 um 8:11 Uhr vormittags
[...] umgestiegen, der das out-of-the-box beherrscht. In der Vergangenheit war ich von dessen Junkfilter weniger als begeistert, mit einer gut versteckten Einstellung in about:config lässt sich das jedoch [...]