Volker Radke

…bis man ihr das anmerkt

Archiv für August 2006

Common Sense

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Beim Einsparen von Kosten im Gesundheitswesen müssen wir alle mithelfen, deshalb:

Liebe Krankenkasse,

juveniler Diabetes ist nicht heilbar. Sie müssen mir deshalb nicht jedes Jahr einen Vordruck schicken, auf dem mein Arzt Ihnen bescheinigt, dass ich wegen einer chronischen Krankheit in Behandlung bin, auch wenn der Ihnen das natürlich gerne in Rechnung stellt. Machen Sie sich und mir das Leben ein wenig einfacher und meinem Arzt ein wenig schwerer.

Und danke für die quicke Befreiung von der Rezeptgebühr.

Geschrieben von Volker Radke

Mittwoch, August 16, 2006 um 2:30

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Israelkritik auf liberal

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Thomas Lackmann, Tagesspiegel: 

>>…Reden wir von der traditionell liberalen Zeitung, für die ich schreibe. Dort werden gewöhnlich keine Leichen auf Seite 1 abgebildet. Nun zeigte man, neulich, ein totes libanesisches Kind. Was sagt der Subtext dieses Tabubruchs? Die Opferzahlen des schrecklichen Bombardements, um das es dabei ging, werden in den folgenden Tagen fast halbiert, was den Angriff nicht weniger schrecklich macht. Aber das Phänomen verpuffte Korrektur/verschlepptes Dementi begleitet deutsche Nahost-Berichte seit Jahren, zu Lasten Israels. Weil man dem Stärkeren sowieso eine höhere Moral abfordert? Oder wird da ein unbewusstes Ressentiment legitimiert?

Viele deutsche Nichtjuden sind genervt von dem philosemitischen Codex im Lande, von ihrer Erpressbarkeit als nachgeborene Hypothekenerben, vom vorgeblichen Zwang zum schlechten Gewissen, das unter Politfloskeln jüdischer und nichtjüdischer Funktionäre besonders leidet. Öffentliche Kritik an Juden delegieren sie an freche Berufsjuden, weil sie selbst den guten Ton nicht zu treffen meinen. Gegenüber Juden in Deutschland, die der Opfer-Ikone des weisen Nathan (der den Mord an seiner Familie mit Toleranz vergilt) ähneln sollten, gilt prinzipiell die Nie-wieder!-Beißhemmung. Juden, die zurückschlagen wie Shakespeares Shylock, Juden mit Atomwaffen, Juden, denen Amnesty International Folter vorwirft, die ihre Existenz durch ein Besatzerregime und die jüdische Identität ihres Staates durch rassistische Ausgrenzung zu sichern meinen: Die sollten Naturschutz post Auschwitz nicht mehr erwarten. Ein Kollege klagte dieser Tage, er traue sich nicht, „Staatsterrorismus“ zu schreiben. Ein anderer traute sich bereits festzustellen, Israel verwirke sein Existenzrecht.

60 Jahre Frieden und Pazifisten-Verse haben den Nachkriegskindern neben anderen Realitätsverlusten auch die Vorstellung beigebracht, Kriege ließen sich sozialpädagogisch führen. Früher ist die alttestamentliche Formel „Aug um Auge“ – eine historische Errungenschaft zur Abschaffung privater Vergeltungswillkür – gern antijüdisch interpretiert worden: Juden rächen sich, Christen vergeben, aufgeklärte Leute bezwingen den Aggressor durch Verständnis. Nun wird, theoretisch, immerhin akzeptiert, dass Israel mit Vergeltungstaten ums Überleben kämpft; es disqualifiziere sich jedoch durch unverhältnismäßige Mittel. Allerdings verraten weder die Bibel noch die Genfer Konvention eine Umrechnungsformel, wie sich gegenüber Terroristen hinter zivilen Schutzschildern Verhältnismäßigkeit buchstabiert.

Da Israel unmoralisch Krieg führe, verliere es zunehmend die – einzig moralisch begründete – Unterstützung Europas, schreibt Navid Kermani am 7. August in der Süddeutschen Zeitung. In Deutschland entwickelt sich der Spagat zwischen amtlicher „Freundschaft mit Israel“ und dem distanzierten Volksempfinden besonders eklatant. Nicht die Kritik an Israels politisch-militärischen Fehlentscheidungen, sondern die Heuchelei der wohlfeil Empörten wirkt fatal. Wer mag sich ausmalen, wie hierzulande jahrelanger Raketeneinschlag gekontert würde? Israelis, denkt man, gewöhnen sich dran. Wer macht uns weis, ein „gerechter Krieg“ sei ohne Verbrechen führbar, der Menschenapparat einer Zerstörungsmaschine sei von Exzessen und wahnhafter Eigendynamik abzuhalten? Demokratien führen keine demokratischen Kriege, im besten Fall werden ein paar Verbrechen mehr gestoppt, aufgeklärt, geahndet…<<

Geschrieben von Volker Radke

Montag, August 14, 2006 um 10:19

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Geschrieben von Volker Radke

Montag, August 14, 2006 um 10:09

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Die DDR, ein KZ

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Längere Analyse von Leo Ginster zu Günter Grass (2004) und ein aktueller Text von Ulrich Sahm – aus Ginsters Text ein Beispiel dafür, wie Grass die Konzentrationslager der Nazis an den Sozialismus weiterreicht:

>>Günter Grass in einem öffentlichen Brief an Anna Seghers im August 1961

An die Vorsitzende des Deutschen Schriftstellerverbandes in der DDR, verehrte Frau Anna Seghers … die Angst Ihres Georg Heisler hat sich mir unverkäuflich mitgeteilt; nur heißt der Kommdandant des Konzentrationslagers heute nicht mehr Fahrenberg, er heißt Walter Ulbricht und steht ihrem Staate vor.<<

26 Jahre später bezeichnete Helmut Kohl die DDR als ein Regime, das „politische Gefangene in Gefängnissen und Konzentrationslagern hält“.

Geschrieben von Volker Radke

Montag, August 14, 2006 um 8:32

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Einer geht noch

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Im FAZ-Interview zu seiner Mitgliedschaft in der Waffen-SS weicht Günter Grass der Frage aus, warum er diese nicht schon früher öffentlich zugegeben hat:

>>…Aber jetzt sprechen Sie zum ersten Mal und völlig überraschend darüber, daß Sie Mitglied der Waffen-SS waren. Warum erst jetzt?

Das hat mich bedrückt. Mein Schweigen über all die Jahre zählt zu den Gründen, warum ich dieses Buch geschrieben habe. Das mußte raus, endlich. …<<

Je moralische Instanz der Schriftsteller, desto schwerer, eine einfache Frage zu beantworten.

Während andere unter solchen Umständen vielleicht etwas vorsichtiger wären, Kollegen Opportunismus vorzuwerfen, muss Grass ausgerechnet über Bertolt Brecht schreiben:

>>Das politische Verhalten Brechts beurteilte Grass kritisch. In Moskau habe sich Brecht nicht nach dem Schicksal von Intellektuellen erkundigt, die Opfer stalinistischer Säuberungsprozesse wurden. Und 1947 in den USA vor dem McCarthy-Ausschuss, als ihm kommunistische Betätigung vorgehalten wurde, habe er sich rein opportunistisch geäussert.

Auch beim Arbeiteraufstand am 17. Juni 1953 in der DDR habe Brecht, statt Solidarität mit den Aufständischen zu üben, seine Probenarbeit fortgesetzt. Er gab «eine zweideutige Solidaritätserklärung an die SED» ab.<<

Gegen tote Kommunisten stänkern geht eben immer noch.

Geschrieben von Volker Radke

Sonntag, August 13, 2006 um 11:37

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Voice recognition in Windows Vista – at least it’s entertaining

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Geschrieben von Volker Radke

Donnerstag, August 10, 2006 um 8:32

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Neuanfang

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Blogmania auf dem eigenen Server! Hier hoffe ich, der Gesellschaft noch mehr zurückgeben zu können als ohnehin schon. Man ist ja nicht undankbar.

Thanx an R., der den Umzug durch seine 1337 server skillz möglich gemacht hat.

Nach einem kurzen Studium des WordPress-Menüs fällt mir angenehm auf, dass ich kaum noch html brauchen werde, um postings zu erstellen – noch mehr Inhalt, noch weniger Kopfschmerzen in Zukunft, wenn’s gut läuft.

Geschrieben von Volker Radke

Dienstag, August 8, 2006 um 8:57

Veröffentlicht in Personal