Volker Radke

…bis man ihr das anmerkt

Wahlabend

mit einem Kommentar

Nach dem ersten Interview mit dem NPD-Spitzenkandidaten im ZDF habe ich ausgeschaltet. Es macht keinen Sinn, diesen Menschen einzuladen um ihn dann abzuwürgen, wenn einem die Antwort nicht passt. Weil es leider auch mir nicht egal sein kann, welche Präsenz und Ressourcen Nazis in der Öffentlichkeit haben, frage ich mich selbst, meist anlässlich von Wahlen, was die bürgerliche Medienwelt „besser“ machen könnte:

  • Durch rüpelhaftes Verhalten von Journalisten gegenüber den NPD-Kandidaten werden u.U. selbst bei Deutschen, die die NPD nicht gewählt haben, Solidarisierungseffekte („Underdog“) erzeugt, zumal Journalisten – mit Recht – keine besonders angesehene Bevölkerungsgruppe sind;
  • Die NPD-Kandidaten sind in der Regel den sie interviewenden Journalisten dahingehend überlegen, dass sie ihre (potentiellen) Wähler besser erreichen, selbst und gerade wenn der Journalist smart wirkt und den Nazi argumentativ einmacht. Dann kommt der Intellektuellenhass des NPD-Publikums zum Tragen;
  • Das Nichteinladen von NPD-Kadern halte ich nach wie vor für die beste Lösung, aber auch damit entgeht man nicht dem Problem, dass die NPD genügend eigene Kanäle hat (Präsenz vor Ort, eigene Zeitung, Internet etc.) um ihr Publikum trotzdem zu erreichen.

Die Auseinandersetzung der Bürgerlichen mit den Nazis wird auf andere Art stattfinden müssen: Zensur, Verbot, Knast. Ist das geschafft, darf die deutsche Journalistenelite es von mir aus auch mal mit Argumenten versuchen.

(vgl. Anmerkungen zu den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg)

Geschrieben von Volker Radke

Mittwoch, September 20, 2006 um 10:31

Veröffentlicht in Politik

Eine Antwort

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  1. [...] Interviews mit Nazis im Fernsehen auch dann keine gute Idee sind, wenn sie besser laufen, habe ich hier und hier versucht zu [...]

    Naziinterview « Volker Radke

    Dienstag, September 23, 2008 um 9:27


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