Volker Radke

…bis man ihr das anmerkt

Winners of 9/11: German Banks

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German Foreign Policy:

>>Mit neuartigen Finanzdienstleistungen zielen deutsche Banken und Versicherungsgesellschaften auf Milliardengewinne in der islamischen Welt. Trotz der großen Armut in zahlreichen Staaten Nordafrikas, des Mittleren Ostens und Südostasiens besitzen die Wohlhabenden unter den rund 1,4 Milliarden Muslimen weltweit ein Vermögen von fast zwei Billionen Euro, heißt es in deutschen Finanzkreisen. Der hohe Ölpreis lässt diese Eliten steigenden Reichtum erwarten. Wer Finanzdienstleistungen anbiete, die islamischen Gepflogenheiten entsprechen, könne beim Zugriff auf den Milliardenmarkt einen deutlichen Vorteil erzielen, berichten westliche Experten. Dabei geht es um besondere Bestimmungen des Islam, unter anderem um ein Zinsverbot. Deutsche Finanzkonzerne wollen ihre Position in den gewinnversprechenden Märkten der islamischen Welt ausbauen, hoffen auf politische Vorteile gegenüber der US-Konkurrenz und stärken bereits bestehende schariakonforme Geschäftsbereiche. Eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bank expandiert in den Erdölstaaten am Persischen Golf und will weltgrößter Anbieter im „Islamic Banking“ werden.

[...]

Die deutschen Finanzkonzerne setzen beim Wettlauf um die Erschließung des Milliardenmarktes auf einen politischen Vorteil insbesondere gegenüber der US-Konkurrenz. Finanzierungsformen, die mit viel Kreativität das Zinsverbot des Islam umgehen, seien besonders bei jenen Kunden aus der Golfregion gefragt, die ihr Kapital seit dem 11. September 2001 aus den USA abgezogen haben und stattdessen in Europa und Asien investieren, heißt es. Als Vorreiter tritt Deutschlands größtes Geldhaus, die Deutsche Bank, auf. Sie ist seit über 100 Jahren in der Region präsent und finanzierte zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Bau der „Bagdad-Bahn“ von Istanbul in die irakische Hauptstadt – damals ein wichtiges Instrument der deutschen Mittelostexpansion.[3] In der Golfmonarchie Bahrain hat die Bank seit 30 Jahren eine Filiale, die heute millionenschwere Anleihen für islamische Investoren entwickelt. Seit Dezember bietet die Fondsgesellschaft der Deutschen Bank, die DWS, in Bahrain und in den Vereinigten Arabischen Emiraten schariakonforme Publikums- und Hedgefonds sowie Rentenpapiere an. Die mit Islam-Gelehrten aus London entwickelten „Noor Islamic Funds“ konzentrieren sich auf Investitionen in den Bereichen Öl, Edelmetall oder Kleidung. Nach gründlicher Prüfung durch die Gelehrten blieb eine Auswahl von rund 7.000 islamkonformen Aktien übrig. Das Bankhaus peilt für die neuen Produkte ein Wachstum im zweistelligen Bereich an; in diesem Jahr soll das Angebot auch in anderen Ländern des Mittleren Ostens sowie in Asien und Europa vertrieben werden. Die Tochtergesellschaft der Deutschen Bank will damit der weltgrößte Anbieter im „Islamic Banking“ werden…<<

Geschrieben von Volker Radke

Donnerstag, Januar 18, 2007 um 9:56

Veröffentlicht in Politik

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