Volker Radke

…bis man ihr das anmerkt

Bekennende Kirche II

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>>Die Haltung Dietrich Bonhoeffers wandelte sich im Laufe der Jahre, aber selbst bei ihm blieb eine tiefe Ambivalenz hinsichtlich der Juden im allgemeinen bestehen. „Die staatlichen Maßnahmen gegen das Judentum stehen für die Kirche in einem ganz besonderen Zusammenhang“, erklärte er im Hinblick auf den Aprilboykott. „Niemals ist in der Kirche Christi der Gedanke verloren gegangen, daß das ‘auserwählte Volk’, das den Erlöser der Welt ans Kreuz schlug, in lange Leidensgeschichte den Fluch seines Tuns tragen muß.“ So ist es gerade eine theologische Auffassung von den Juden, die einige von Bonhoeffers Verlautbarungen geprägt zu haben scheint. Selbst sein Freund und Biograph Eberhard Bethge konnte sich der Schlußfolgerung nicht entziehen, daß in Bonhoeffers Schriften „ein theologischer Antijudaismus vorhanden ist“. „Theologischer Anti-Judaismus“ war in der Bekennenden Kirche nicht ungewöhnlich, und einige ihrer angesehensten Persönlichkeiten wie etwa Walter Künneth zögerten nicht, nazistische und jüdische Interpretationen der „jüdischen Auserwähltheit“ als auf Rasse, Blut Volk beruhend miteinander gleichzustellen und der christlichen Auffassung von der Erwählung durch Gottes Gnade entgegenzusetzen. Derartige Vergleiche sollten Mitte der dreißiger Jahre und danach in christlichen Polemiken gegen die Nationalsozialisten erneut auftauchen.<< (Saul Friedländer, Die Jahre der Verfolgung, S. 58)

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Bekennende Kirche 1

Geschrieben von Volker Radke

Sonntag, Februar 25, 2007 um 6:48

Veröffentlicht in Politik

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