Archiv für Oktober 2007
Deutscher Volkskundler
Ein Buch aus meiner Kindheit: „Deutsche Heldensagen“, herausgegeben von Edmund Mudrak, 1955 im Ensslin & Laiblin Verlag erschienen. Eine Stelle im Impressum ist aus mir nicht bekannten Gründen geschwärzt.
Über Edmund Mudrak (1894-1965) findet sich auf historicum.net:
Bis 1943 wissenschaftlicher Rat des Kulturamts der Stadt Wien und aktiver Mitarbeiter des Vereins für Volkskunde, erhielt er im gleichen Jahr einen Ruf an den Lehrstuhl für Volkskunde der Universität Posen, wo er Richard Wolfram vorgezogen wurde. Mudrak gehörte neben Georg Hüsing, Wolfgang Schultz, Karl Haiding, Gero Zenker, Elly Starzacher und Karl von Spieß zur Wiener „Mythologischen Schule“, die sich auf Anregungen des Wiener Professors für altindische Philologie und Altertumskunde, Leopold von Schroeder, bezieht und einen starken Einfluß auf Rosenberg ausübte…
In der Abteilung für „Arische Weltanschauung und Volkskunde“ des Amtes Rosenberg unter Leitung von Wolfgang Schultz waren für Spieß und Mudrak wichtige Fachpositionen vorgesehen. Mudrak war außerdem Personalgutachter für eine „Hauptstelle Volkskunde“ und zusammen mit Spieß mit der Leitung einer außeruniversitären „Forschungsstelle Mythenkunde“ in Wien befaßt, bevor er nach Posen ging. Die Forschungsstelle stand mit dem Amt Rosenberg bzw. der in Vorbereitung befindlichen „Hohen Schule“ in Verbindung…
Bis 1945 publizierte er in folgenden Zeitschriften: „Bausteine zur Geschichte, Völkerkunde und Mythenkunde“ (dem Hausblatt der „Mythologischen Schule“, herausgegeben von Karl von Spieß), der Zeitschrift „Volkstum und Heimat„, „Geist der Zeit“, „Rasse“, vor allem aber in den Rosenberg nahestehenden Zeitschriften „Deutsche Volkskunde“, „Nationalsozialistische Monatshefte„, „Bücherkunde“; außerdem „Nordische Stimmen„, „Der neue Weg“ und der „Wiener Zeitschrift für Volkskunde“. Sein Aufsatz „Deutsche Volkskunde – eine politische Wissenschaft“, 1938 in „Geist der Zeit“ und, zusammen mit einem Aufsatz von Karl von Spieß im gleichen Jahr bei Stubenrauch unter dem Sammeltitel „Deutsche Volkskunde als politische Wissenschaft“ erneut veröffentlicht, hat, deutlich an Matthes Ziegler angelehnt, programmatischen Charakter für die NS-Volkskunde.
Auch nach dem Krieg blieb Mudrak im Geschäft:
Nach 1945 arbeitete Mudrak für das „Altkatholische Jahrbuch“, für die vom Verlag Stubenrauch (W. Krieg) herausgegebene Zeitschrift „Antiquariat“, für die „Mitteilungen des Vereins Muttersprache“, die „Wiener Sprachblätter“, die „Jugendliteratur“ und schließlich für „Fabula“.
Im Nachwort des mir vorliegenden Buches verweist Mudrak ausdrücklich auf zwei seiner im 3. Reich entstandenen Arbeiten – wohlgemerkt, Deutsche Volkskunde war für ihn im 3. Reich eine „politische Wisenschaft“, was damals nur eine nationalsozialistische sein konnte.
Der Ensslin-Verlag ging im Jahr 2000 im Kinder- und Jugendbuch-Verlag Arena auf, der noch heute fünf Bücher Mudraks verlegt.
Verfolgte des Klimaforscherregimes
Fankurve
“Hört nicht auf das, was sie sagen, achtet auf das, was sie tun”*
>>Germany’s role in the crisis caused by Iran’s nuclear program typifies a kind of split national personality. On the one hand, already in early 2006 Chancellor Angela Merkel, of the Christian Democratic Union (CDU), drew a diplomatic line in the sand when she declared, „A president who questions Israel’s right to exist, a president who denies the Holocaust, cannot expect to receive any tolerance from Germany.“ The fact that Ahmadinejad openly entertains the notion of exterminating Israel prompted Merkel to add, „We must take the Iranian president’s rhetoric seriously.“
But Merkel’s tough political rhetoric stands in sharp contrast to the pricey business deals German firms have closed with the Tehran regime, to the tune of $5.7 billion in 2006. That makes Germany Iran’s most important trading partner in the European Union.
A total of 5,000 German enterprises conduct business with Iran, and the list reads like a „Who’s Who“ of blue-chip corporations, including Mercedes-Benz, Volkswagen, Krupp and Hermes, the debt guarantee entity for exports. The extent of the Iranian economy’s dependency on German know-how was summed up by Michael Tockuss, the former president of the German-Iranian Chamber of Commerce in Tehran: „Some two thirds of Iranian industry relies on German engineering products.“…<<
* Vladimir Jankélévitch
Buchmesse again
>>Begleitet von Protesten ist am gestrigen Dienstag die Frankfurter Buchmesse eröffnet worden. Anlass der Irritationen ist der diesjährige „Ehrengast“ der Buchmesse, die „katalanische Kultur“. Galten Frankfurter Würdigungen bislang souveränen Staaten oder Staatengruppen, steht diesmal Katalonien im Zentrum des Ereignisses, ein Autonomiegebiet Spaniens mit Sezessionsabsichten. Für Unmut sorgt vor allem die Auswahl der Schriftsteller, die den „Ehrengast“ repräsentieren: In Frankfurt sind ausschließlich Autoren zugegen, die das katalanische Idiom anstelle der spanischen Sprache pflegen. Dies entspricht dem Ziel der Sezessionsregierung, die das Spanische aus der Region verdrängen will, urteilt Antonio Robles, Parlamentsabgeordneter aus Barcelona, gegenüber dieser Redaktion. Der Versuch, die weltweit größte Buch- und Medienmesse zum Instrument separatistischer Unternehmungen zu machen, stößt auf scharfe Kritik. Katalanische Separatisten finden zwar seit Jahren Unterstützung in der Bundesrepublik, vor allem durch die Partei „Bündnis 90/Die Grünen“. Dem aktuellen Vorgang kommt jedoch besondere Bedeutung zu, da die Buchmesse zu ihren offiziellen „Partnern“ auch das Auswärtige Amt zählt…<<
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Thomas v.d. Osten-Sacken, Jungle World:
>>…Da Fontcuberta offenbar gerne googelt, hat er, wie die Bildunterschrift zu »El Mur« erklärt, das Bild aus unzähligen, im Internet gefundenen Digitalbildern zusammengesetzt: »Das Foto wurde mittels einer Fotomosaik-Freeware modifiziert, die mit der Google-Bildersuche gekoppelt wurde. Das resultierende Bild setzt sich aus zehntausenden Fotos zusammen, die im Internet aufzufinden sind, wenn die Namen aller nationalsozialistischen Konzentrationslager als Suchkriterien angewandt werden. Die Liste enthält die Begriffe: Arbeitsdorf, Auschwitz-Birkenau, Barduffos, Belzec, Bergen-Belsen (dann werden sie alle alphabetisch aufgezählt, Anm. d. Verf.).«
Die Summe aller Konzentrationslager, in denen sechs Millionen Juden vernichtet wurden, setzt der katalanische Künstler also gleich mit einem Sperrzaun, dessen erklärtes Ziel es ist, gerade weitere Morde an Juden zu verhindern, also Leben zu retten, nicht zu vernichten. Und ausgerechnet dieses Foto wurde als eines von zweien unter allen vorliegenden ausgewählt, um im Begeleitprogrammheft der Buchmesse abgedruckt zu werden. Dies alles ist umso brisanter, als der letzte antisemitische Skandal, den es bei der Buchmesse gegeben hat, gerade einmal drei Jahre zurückliegt. Damals gastierte die »arabische Welt«, repräsentiert von der Diktatorentruppe namens »Arabische Liga«, auf der Buchmesse. Zur Eröffnung sprach unter anderem der Holocaustleugner und bekennende Antisemit Mohammad Salmawy….<<
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Leicht zu beleidigen
http://www.endofthe.net/
Back Up
Das Hardware-Problem unseres Looplab-Servers ist behoben (nein, wir wurden nicht gehackt, höchstens mit einem Beil), und das Backup ist aufgespielt. Sorry an die Planeten dafür, dass alte Postings jetzt zum zweiten Mal auftauchen.
Dank an scw für eine Menge Arbeit.
Klimaverschwörung
Gut genug für achgut.com, hält das dort beworbene, verschwörungstheoretische Machwerk “The Great Global Warming Swindle”, das mittlerweile vom Autor mehrfach überarbeitet werden musste, einer kritischen Überprüfung nicht stand:
- Tony Jones (ABC Australia) interviews Martin Durkin (maker of TGGWS)
- “Klimaskeptiker” der für antisemitische Verschwörungstheorien bekannten LaRouche-Sekte in der an das Interview anschließenden Diskussion – vgl. crikey
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Zu erwarten war, dass sich der eine oder andere hiesige Verschwörungstheoretiker für Martin Durkins “Great Global Warming Swindle” interessieren würde – und tatsächlich, Wisnewski (“Steckte Sharon hinter den Anschlägen vom 11. September?”) hat sich der Sache angenommen. Wir warten nun auf Bröckers.
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Wisnewskis Haltung zum Klimawandel ist von den Nazis von Altermedia bereits wohlwollend vermerkt worden, welche die Argumente der “Klimaskeptiker” mit Wörtern wie “Spekulation” anreichern, um die Fantasie der Lesenden in die gewünschte Richtung zu lenken:
>>Überhöhte Energiepreise sind Regierungspolitik. Warum denn sonst der Kohlendioxyd-Zertifikate Handel, der 2008 angeblich 900 Mio. Euro aus der Energie verbrauchenden Wirtschaft heraus in die Spekulation abpumpt, “um Zusatzgewinne” der Monopolkonzerne “abzuschöpfen”. Warum die Subventionen für die widersinnige Windenergie oder für das Abscheiden von CO2 aus den Verbrennungsabgasen, um es mit großem energetischen und finanziellem Aufwand in unterirdische Kavernen abzuspeichern. Warum sonst der ganze Werbeaufwand, um die Grundlage des Lebens, CO2 als “Klimakiller” zu verteufeln, wo doch jeder, der sich mit etwas Ernst und naturwissenschaftlicher Redlichkeit der Sache annimmt sehr wohl weiß, daß das Quatsch und fadenscheinige Propaganda ist – aber eben eine allgemein “anerkannte”.<<
In den Kommentaren zu einem anderen Beitrag erfahren wir dann, dass der WWF “eine andere Institution des (hohen) Krypto-Illuminatentums” ist, und ja, die Rothschilds tauchen auch auf.
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Einer musste der Erste sein, und der hellste der hellen Barden (“Ob Rothschild, Cohn oder Donati, man nennt uns auch Illuminati”) nimmt das mit dem ihm eigenen Selbstvertrauen für sich in Anspruch:
>>Sogar die Blöd Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Zeitung scheinen jetzt begriffen zu haben, dass der Klimaalarm ein einziger großer Schwindel ist. Aber warum erst jetzt? Haben sie bei mir abgeschrieben? Denn ich waren der erste, der in einer Kolumne auf den Schwindel aufmerksam gemacht hat.<<
Wo bleibt Bröckers?
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Der Nächste in dieser kleinen Reihe von Nazis und Antisemiten: Jan van Helsing, dessen “Geheimgesellschaften”-Bücher hierzulande auf dem Index stehen, erwartet die nächste Eiszeit und zitiert zustimmend die LaRouche-Zeitung “Neue Solidarität”:
>>Die Treibhausmodelle lassen sich weder durch Meßdaten noch durch andere wissenschaftliche Fakten widerlegen. Sie sind unwiderlegbar, weil sie nichts mit wissenschaftlichen Aussagen zu tun haben. Klimamodelle sind soziologisch-manipulative Instrumente, welche es durch eine ausreichende anzahl externer parameter erlauben, aus beliebigen Beobachtungsdaten Katastrophenszenarios mit maximalem politischen »Durchsetzungspotential« zu erstellen.<<
Wenigstens wird Helsing (er weiß übrigens eine Menge über die Rothschilds), wie die anderen hier aufgeführten “Klimaskeptiker”, weder von der Kohle- noch von der Ölindustrie subventioniert. Er bezieht sein Funding aus dem Neuschwabenland.
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Ein Blick in das Ausland: David Icke, Verschwörungstheoretiker und seiner eigenen maßgeblichen Meinung nach (er ist schließlich ein Sohn Gottes) kein Antisemit („Die Familie Rothschild sind keine Juden, sondern Reptiloide, und sie haben das Leben tausender Juden auf dem Gewissen“), weiß über den Weltklimarat:
Der IPCC ist keine wissenschaftliche Organisation, die ihre eigene Forschung in der Klimaveränderung vornimmt. Es ist ein politischer Körper, der die Beweise der veröffentlichten Berichte „bewertet” und seine eigenen politischen Ansichten vertritt. Die Vereinten Nationen wurden durch die Illuminati als ein Sprungbrett zur Weltregierung geschaffen und alles, was von dort herauskommt, muss sehr genau unter die Lupe genommen werden. Die Vereinten Nationen wurden von Illuminati-Gruppen wie etwa dem Council of Foreign Relations gegründet, (siehe „… und die Wahrheit wird euch frei machen“), und sogar das Land, auf denen heute ihr Hauptquartier steht, wurde ihnen von J. D. Rockefeller geschenkt, nachdem er es 1946 für 8,5 Millionen britische Pfund gekauft hatte (man stelle sich vor, wie viel Geld das heutzutage wäre).
Wenig überraschend, ist er ebenfalls ein “9/11-Skeptiker” und zitiert Neonazis in seinen Büchern.
Beitrag zur Milieutheorie der Homosexualität
Al Jazeera zum Besuch Ahmadinejads in New York:
“In Iran we do don’t have homosexuals like in your country. In Iran we do not have this phenomenon. I do not know who has told you we have it,” he said, sparking laughter from the audience.
Frage der Auslegung
Die Behauptung, Ahmadinedschad leugne den Holocaust, stimmt demnach in zweierlei Hinsicht nicht. Er leugnet nicht den Holocaust, sondern spricht über das Leugnen. Und er spricht nicht über das Leugnen des Holocaust, sondern über das Leugnen des Holocaust-Mythos. Das ist etwas gänzlich anderes. Alles in allem spricht er über die Instrumentalisierung des Holocaust. Der Holocaust-Mythos, so wie Ahmadinedschad ihn thematisiert, ist der Mythos, der in Zusammenhang mit dem Holocaust aufgebaut worden ist, um damit – wie er sagt – Druck auszuüben. Diesen Gedanken mag man folgen oder auch nicht. Sie sind aber in keinem Fall gleichzusetzen mit dem Leugnen des Holocaust.
Auf der Website des staatlich-iranischen Fernsehsenders Alalam sieht man das etwas anders:
During a question and answer session with the audience, Ahmadinejad reiterated that the holocaust has not happened and there is no valid documentation about it.
Da man bei Alalam offenbar den eigenen Präsidenten ähnlich missverstanden hat wie die westlichen Medien (außer arbeiterfotografie.com), dürften morgen in der Redaktion Köpfe rollen.
Filed under: Politik — volkerradke @ 11:33 am