Deutscher Volkskundler
Ein Buch aus meiner Kindheit: „Deutsche Heldensagen“, herausgegeben von Edmund Mudrak, 1955 im Ensslin & Laiblin Verlag erschienen. Eine Stelle im Impressum ist aus mir nicht bekannten Gründen geschwärzt.
Über Edmund Mudrak (1894-1965) findet sich auf historicum.net:
Bis 1943 wissenschaftlicher Rat des Kulturamts der Stadt Wien und aktiver Mitarbeiter des Vereins für Volkskunde, erhielt er im gleichen Jahr einen Ruf an den Lehrstuhl für Volkskunde der Universität Posen, wo er Richard Wolfram vorgezogen wurde. Mudrak gehörte neben Georg Hüsing, Wolfgang Schultz, Karl Haiding, Gero Zenker, Elly Starzacher und Karl von Spieß zur Wiener „Mythologischen Schule“, die sich auf Anregungen des Wiener Professors für altindische Philologie und Altertumskunde, Leopold von Schroeder, bezieht und einen starken Einfluß auf Rosenberg ausübte…
In der Abteilung für „Arische Weltanschauung und Volkskunde“ des Amtes Rosenberg unter Leitung von Wolfgang Schultz waren für Spieß und Mudrak wichtige Fachpositionen vorgesehen. Mudrak war außerdem Personalgutachter für eine „Hauptstelle Volkskunde“ und zusammen mit Spieß mit der Leitung einer außeruniversitären „Forschungsstelle Mythenkunde“ in Wien befaßt, bevor er nach Posen ging. Die Forschungsstelle stand mit dem Amt Rosenberg bzw. der in Vorbereitung befindlichen „Hohen Schule“ in Verbindung…
Bis 1945 publizierte er in folgenden Zeitschriften: „Bausteine zur Geschichte, Völkerkunde und Mythenkunde“ (dem Hausblatt der „Mythologischen Schule“, herausgegeben von Karl von Spieß), der Zeitschrift „Volkstum und Heimat„, „Geist der Zeit“, „Rasse“, vor allem aber in den Rosenberg nahestehenden Zeitschriften „Deutsche Volkskunde“, „Nationalsozialistische Monatshefte„, „Bücherkunde“; außerdem „Nordische Stimmen„, „Der neue Weg“ und der „Wiener Zeitschrift für Volkskunde“. Sein Aufsatz „Deutsche Volkskunde – eine politische Wissenschaft“, 1938 in „Geist der Zeit“ und, zusammen mit einem Aufsatz von Karl von Spieß im gleichen Jahr bei Stubenrauch unter dem Sammeltitel „Deutsche Volkskunde als politische Wissenschaft“ erneut veröffentlicht, hat, deutlich an Matthes Ziegler angelehnt, programmatischen Charakter für die NS-Volkskunde.
Auch nach dem Krieg blieb Mudrak im Geschäft:
Nach 1945 arbeitete Mudrak für das „Altkatholische Jahrbuch“, für die vom Verlag Stubenrauch (W. Krieg) herausgegebene Zeitschrift „Antiquariat“, für die „Mitteilungen des Vereins Muttersprache“, die „Wiener Sprachblätter“, die „Jugendliteratur“ und schließlich für „Fabula“.
Im Nachwort des mir vorliegenden Buches verweist Mudrak ausdrücklich auf zwei seiner im 3. Reich entstandenen Arbeiten – wohlgemerkt, Deutsche Volkskunde war für ihn im 3. Reich eine „politische Wisenschaft“, was damals nur eine nationalsozialistische sein konnte.
Der Ensslin-Verlag ging im Jahr 2000 im Kinder- und Jugendbuch-Verlag Arena auf, der noch heute fünf Bücher Mudraks verlegt.