Archiv für Januar 2008
PR Victory?
Barry Rubin , THE JERUSALEM POST:
Imagine a very secret meeting held somewhere in the Gaza Strip. Around a table sit various Hamas bigwigs, and their leader makes the following speech:
„OK, here’s the plan. We’ll wage war on our stronger neighbor, Israel, and lose; destroy our economy; make our people suffer; ensure international sanctions continue against us, and alienate almost all Arab regimes. Then, when things can’t seem to get any worse, we’ll turn out all the lights and get international sympathy!“
„Brilliant!“ is the response as the Hamas leaders leap to their feet and chant: „Just 100 more years of this and Israel will be destroyed!“
Not such a great strategy, you say? Then why should anyone say that Hamas won some big public relations victory by shutting off Gaza’s electricity and blowing up the border wall with Egypt?
True, that’s what Hamas’s heads think. They are boiling over with pride at having put one over on Israel, as if this were some huge triumph. Some Israelis seem to agree.
BUT THIS is pure nonsense. Actually, it reminds me of many incidents in Palestinian history. Let me choose one.
After the PLO’s 1982 defeat in Lebanon, when it was driven out
of the country, Yasser Arafat called the catastrophe „an absolute political victory,“ while one of his henchmen cautioned, „We should not become arrogant in the future as a result of this victory.“Remember this: You can only make illusory profits out of being an alleged victim if you always lose…
Schrebergärtner des Werts
Subwave über fragmentierte linke Theorie und leeren Fortschritt. Die letzte Auseinandersetzung in der deutschen Linken, die ich halbwegs interessiert verfolgt habe, war die zwischen Krisis und Exit!, und da hat Häme keine kleine Rolle gespielt. Kongresse ignoriere ich mittlerweile völlig. Es wird nie wieder so toll werden wie in den 90ern (sorry could not resist).
Kryptokommunist mit Schmiss
Im Bundesland des Roland Koch setzt sich die Erkenntnis durch, dass nicht alles am Stalinismus schlecht war:
Jugendlicher aus Hessen für neun Monate nach Sibirien verbannt
Beschleunigter Bildungsbürger II
Frank Schirrmacher kommt beim Nachdenken über einen angeblichen Deutschenhass bei hier lebenden Ausländern und Migranten schon mal die Erinnerung an den europäischen Kolonialismus abhanden – ihm ist „historisch unbekannt, dass eine Mehrheit zum rassistischen Hassobjekt einer Minderheit werden kann.“
Auch eine ganz neue Information über Deutsche hält er für den staunenden Leser bereit: Sie stehen für „jene Tradition, die nicht zulässt, dass in ihrer Mitte radikale Ideologien und rassistische Anschläge ungesühnt bleiben“.
Wie man eine radikale Ideologie sühnt? Vielleicht indem man die Kontrolle über seine Syntax verliert. Wenigstens behauptet Schirrmacher nicht, dass in der Deutschen Mitte keine „radikalen Ideologien“ entstehen können. Vielleicht meint er nur, dass die meisten rechten Mörder von der Polizei geschnappt werden. Und die kommt ja aus der Mitte der Gesellschaft.
Bildblog und Ausländer
Beim Lesen der Kritik des Bildblogs an der Kampagne der Bildzeitung für Koch und gegen „Ausländerkriminalität“ – v.a. der von Jugendlichen – fällt auf, dass man dort bei aller sympathischen Ablehnung der Bild-Hetze eins mit der Bildzeitung teilt: das Durcheinanderwerfen von „ausländischen Jugendlichen“ und „Jugendlichen mit Migrationshintergrund“.
Am von ihm zitierten Abschnitt der Bildzeitung fällt dem Bildblog-Autor gar nicht auf, dass die Bildzeitung kaum von Ausländern spricht, sondern nur vage von „sieben Jugendliche[n], arabischer und türkischer Herkunft“ und „Drogendealer[n] meist arabischer Herkunft“, die ja durchaus im Besitz eines deutschen Passes sein könnten.
In der folgenden, „empirischen“ Kritik an der Bildberichterstattung steht kein einziger Satz, der sich wirklich auf „ausländische Jugendliche“ bezieht, sondern lediglich:
Jugendliche mit Migrationshintergrund werden häufiger straffällig, aber nicht so viel mehr, wie die Statistiken glauben machen.
Was dieser Satz wohl bedeuten könnte? Welche Statistiken, was sind die Gegenbelege des Bildblog?
Leider bestätigt so auch das Bildblog eine typische Erfahrung von Menschen in Deutschland, die nicht so aussehen, wie mein Großvater sich Deutsche vorstellt: Der Besitz eines deutschen Ausweises hilft nur sehr begrenzt dabei, als „Deutscher“ wahrgenommen zu werden (auch wenn man das möchte).
Nicht zufällig gibt es auf StudiVZ eine Gruppe namens „Ich bin Deutscher, aber keiner glaubt mir“. Der gehören auch Studenten an, die noch nicht mal einen „Migrationshintergrund“ haben.
Erhitztes Hirn
August 2007: Der Klimaerwärmungsskeptiker Dirk Maxeiner triumphiert, weil sich durch die Berichtigung eines Fehlers um 0.02°C die Rangliste der heißesten Jahre in den USA verändert hat (1934 nun heißestes Jahr in den USA, vorher war es 1998 gewesen – nach wie vor ist das vergangene Jahrzehnt weltweit das heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen)
Januar 2008: Der Klimaerwärmungsskeptiker Dirk Maxeiner erklärt, dass lokale Temperaturen für das globale Klima völlig uninteressant sind. (anlässlich der Meldung, dass 2007 das zweitheißeste Jahr in Deutschland nach 2000 war)
Warum? Weil es ihm jeweils in den Kram gepasst hat.
(mehr zu Dirk Maxeiner unter Glasfaserkabel-Hacker und bei Daniel Kulla)