Bildblog und Ausländer
Beim Lesen der Kritik des Bildblogs an der Kampagne der Bildzeitung für Koch und gegen „Ausländerkriminalität“ – v.a. der von Jugendlichen – fällt auf, dass man dort bei aller sympathischen Ablehnung der Bild-Hetze eins mit der Bildzeitung teilt: das Durcheinanderwerfen von „ausländischen Jugendlichen“ und „Jugendlichen mit Migrationshintergrund“.
Am von ihm zitierten Abschnitt der Bildzeitung fällt dem Bildblog-Autor gar nicht auf, dass die Bildzeitung kaum von Ausländern spricht, sondern nur vage von „sieben Jugendliche[n], arabischer und türkischer Herkunft“ und „Drogendealer[n] meist arabischer Herkunft“, die ja durchaus im Besitz eines deutschen Passes sein könnten.
In der folgenden, „empirischen“ Kritik an der Bildberichterstattung steht kein einziger Satz, der sich wirklich auf „ausländische Jugendliche“ bezieht, sondern lediglich:
Jugendliche mit Migrationshintergrund werden häufiger straffällig, aber nicht so viel mehr, wie die Statistiken glauben machen.
Was dieser Satz wohl bedeuten könnte? Welche Statistiken, was sind die Gegenbelege des Bildblog?
Leider bestätigt so auch das Bildblog eine typische Erfahrung von Menschen in Deutschland, die nicht so aussehen, wie mein Großvater sich Deutsche vorstellt: Der Besitz eines deutschen Ausweises hilft nur sehr begrenzt dabei, als „Deutscher“ wahrgenommen zu werden (auch wenn man das möchte).
Nicht zufällig gibt es auf StudiVZ eine Gruppe namens „Ich bin Deutscher, aber keiner glaubt mir“. Der gehören auch Studenten an, die noch nicht mal einen „Migrationshintergrund“ haben.