Volker Radke

Der Gesellschaft etwas zurückgeben

Falsche Adressaten

Verfasst von volkerradke am Freitag, Februar 15, 2008

Der bürgerliche Ökonom Robert Reich hat seine Probleme mit dem aktuellen “Superkapitalismus”:

Es ist eine paradoxe Situation. Wir als Verbraucher können weltweit nach Schnäppchen suchen. Und das System hat ja auch eine Menge Vorteile: bessere Qualität, niedrigere Preise, höherer Lebensstandard. Doch den Preis dafür zahlen wir selbst - unsere Arbeitsplätze sind in Gefahr, unsere sozialen Sicherungssysteme werden immer schwächer, der Reichtum wird immer ungleichmäßiger verteilt.

Wie dem entgegenwirken? Wieder mal muss der bewusste Konsument herhalten, der die Abwärtsspirale bei den Löhnen durch verantwortungsbewusstes - und teureres - Einkaufen aufhalten soll:

Der Bürger in uns muss den Konsumenten in uns zähmen.

Man muss kein Wirtschaftsliberaler sein um zu bemerken, dass dies in ein Beitragsdilemma führt: Ich zahle mehr beim Kauf von Produkten in der vagen Erwartung, dass ich damit u.a. den sozialen Sicherungssystemen helfe, von denen auch die profitieren, die nach wie vor die billigen Waren kaufen - Trittbrettfahrer werden also begünstigt. Deshalb deutet Reich auch gleich Plan B an: den starken Staat, der auch die “Probleme des Klimawandels” lösen soll.

Den deutschen Staat meint er hoffentlich nicht, denn der subventionierte noch 2004 Kohle fünf Mal stärker als alle eneuerbaren Energien zusammen.

2 Antworten zu “Falsche Adressaten”

  1. goncourt sagt:

    Es ist ja auch ein bißchen widersinnig, wenn z.T. die gleichen Leute darauf hinweisen, dass es gar nicht die Kleinkonsumenten sind, an denen Geld verdient wird. Da fragt man sich: Was denn nu?

  2. volkerradke sagt:

    Vielleicht hat dass auch mit der Obama-Welle zu tun: Wir alle gemeinsam etc.pp.
    Reich scheint Obama gegenüber Clinton zu präferieren, auch sprachlich - Clinton wird zu “HRC”, während er den Namen von Obama ausschreibt.
    http://robertreich.blogspot.com/2007/12/why-is-hrc-stooping-so-low.html

Eine Antwort hinterlassen

Du musst angemeldet um einen Kommentar abzugeben.