Archiv für Mai 2008
Verschwörung im Doppelpack
Anthony Watts, „Klimaskeptiker“, distanziert sich von 9/11-Konspirationisten:
I originally had a Google video posted here, which was a collage of political cartoons published in major US Newspapers about climate change. I made the mistake of not watching it all the way to the end, but watched about 80% of it. A couple of commenters have pointed out that this video was a trojan horse for injecting opinion about “911 Truth” at the end, which had nothing to do with the original content or title. Thus, given this deception on the part of the author of the video, I have removed it. – Anthony
Außer bei ausgemachten Linken gilt bis zum Beweis des Gegenteils folgende Allaussage: Wer ein 9/11 Verschwörungstheoretiker und kein ausgemachter Linker* ist, positioniert sich – wenn er denn etwas über den Klimawandel schreibt – stets als „Klimaskeptiker“, wie hier demonstriert. Daraus folgt natürlich nicht, dass „Klimaskeptiker“ automatisch auch 9/11-Konspirationisten sind, wie bei Watts deutlich wird.
(*Für linke Verschwörungstheoretiker gilt dies nicht, siehe Michel Chossudovsky)
spOptiBreak
Seit einigen Tagen wird bei Spiegel Online in den Überschriften geplenkt, was das Zeug hält:
Streit um Handy: Schauspieler aus Harry- Potter- Film bei Messerstecherei getötet
Katholikentag: „Wir betreiben keinen Kuschel- Katholizismus“
Prinz Charles und seine 30.000- Pfund- Floristin: Der mit den Blumen spricht
Wirtschaftskrise: Investor- Legende Buffett attackiert gierige Banker
Volvo- Neuheiten: Sparen ohne Verzicht
Nissan GT- R: Playstation in echt
Mobilfunk- Gefahr: Langzeitbombe Handyvirus
Cannes- Tagebuch: Ein Schiff wird kommen
Das große Eurovision- Quiz: Kommen Sie auf den schlechten Geschmack!
„Wie werde ich…“: Nico Rosberg, Formel- 1-Ameise und verhinderter Aeronaut
Türkische Akademiker- Elite: Jung, gut, unerwünscht
Uno- Naturschutzgipfel: Keine Halbzeitpause beim Weltretten
10 Jahre USB-Stick: Der Mini- Stock für Daten- Träger
Exil- Schicksale: Geboren in Shanghai
Space- Vehikel: Mit Mondbuggy und Weltraumspinne
Ölkrise: Bye- bye, Billigflieger
Das scheint an einem Element namens <span class=„spOptiBreak“> zu liegen, das sich in den betroffenen Überschriften – nur auf der Startseite – tummelt, etwa:
Daum-<span class=„spOptiBreak“> </span>Äußerungen verärgern Homosexuelle
Ich kann keine sinnvolle Funktion dieses Elements jenseits des Einfügens eines falschen Leerzeichens erkennen. Irgendwann wird sich einer der Verantwortlichen mal die eigene Startseite anschauen und es auch merken.
Müder Vulkan
Maxeiner/Miersch über die „Klimawette“ von Stefan Rahmstorf et al.:
Ach ja, eine Rücktrittsklausel haben Sie auch noch eingebaut: Wenn ein größerer Vulkan ausbreche, dann soll die Wette nicht gelten. Wie praktisch. Es ist ein großer Vulkan ausgebrochen: der Chaitén in Chile. Und zwar einige Tage BEVOR sie ihre Klimawette ausriefen.
Schon SIEBEN TAGE VOR Erscheinen des Welt-Artikels hatten die Anbieter der Wette darauf hingewiesen, dass dieser Vulkan wohl keine Rolle spielen wird:
[Response: Moreover, most of the climatically-relevant volcanic eruptions are the explosive tropical eruptions (El Chichon, Pinatubo, Agung, Tambora, Krakatoa, etc), because the general circulation of the stratosphere is such that the aerosols are transported poleward from the source latitude. So only tropical eruptions tend to blanket the global lower stratosphere, which is how you get a substantial global mean cooling. There are exceptions (e.g. the Laki eruption of 1783 in Iceland). Nonetheless, as Chaiten is located well outside the tropic, I wouldn’t expect much in the way of any global climate impact. And more specifically, I don’t see it being a deal-breaker for the bet in question. -mike]
Nicht allzu institutionalisierte Skeptiker sind zuweilen unbequeme Denker, doch dies trifft sicher nicht auf Maxeiner/Miersch zu – die beiden „Ökooptimisten“ waren zu bequem, um die grün gefärbten Kommentare auf realclimate.org zu lesen, die von den Verfassern des Blogs stammen, welche gleichzeitig auch die Anbieter der Wette sind.
Spam VIII
Weil ich es nicht mehr schaffe, beim Gnome-Mailclient Evolution in der Version 2.22.1 neue Spammails als „nicht gelesen“ filtern zu lassen, obwohl ich die selben Filter wie früher verwende, bin ich wieder auf Thunderbird umgestiegen, der das out-of-the-box beherrscht. In der Vergangenheit war ich von dessen Junkfilter weniger als begeistert, mit einer gut versteckten Einstellung in about:config lässt sich das jedoch beheben:
Bearbeiten -> Einstellungne -> Erweitert -> Allgemein -> Erweiterte Konfiguration (about:config): mail.adaptivefilters.junk_threshold auf einen niedrigeren Wert setzen
Voreingestellt ist 90, ich bin mittlerweile auf 60 runtergegangen, ohne dass gute Mails als Spam erkannt wurden. Heute morgen wurden von 333 Spammails 332 richtig als Junk sortiert. Das hätte das Bogofilter-Plugin für Evolution auch nicht besser gemacht.
Tabu im Asshole-Rap
Jana Simon und Stefan Willeke über das HipHop-Label Aggro Berlin:
Gibt es eine Grenze? Doch, die Rapperin Lady Bitch Ray habe Aggro nicht unter Vertrag genommen. »Sie wäre beim ersten Konzert erschossen worden.« Möse und Allah in einer Zeile vereint, da hätte es sein können, dass ein muslimischer Familienvater ausrastet. Das habe Aggro nicht verantworten wollen.