Volker Radke

…bis man ihr das anmerkt

Archiv für Februar 2009

„Länder des Nahen Ostens“

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Auch nach längerem Suchen konnte ich keine Erklärung dafür finden, warum in „24″ zwar China, Russland und diverse andere Staaten beim Namen genannt werden, nicht jedoch muslimische Länder und Israel nach sechs Staffeln immer noch nicht aufgetaucht ist. Noch nicht mal eine Verschwörungstheorie dazu konnte ich auftreiben.

Finden es am Ende die Produzenten einer Serie, in der gefoltert wird, was der Chemiebaukasten hergibt, zu kontrovers, „Ägypten“ zu sagen oder den israelischen Geheimdienst mitspielen zu lassen?

Geschrieben von Volker Radke

Mittwoch, Februar 18, 2009 um 8:47

Veröffentlicht in Kultur

Das politische Scheitern der Klimaforscher I

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In dieser neuen Serie behandele ich das absehbare Scheitern der Klimaforscher mit ihren Forderungen nach einer drastischen Reduktion von Treibhausemissionen, um den jetzt schon nicht mehr völlig aufhaltbaren Klimawandel noch halbwegs in den Griff zu bekommen.

Sie machen gerade die Erfahrung, dass die ganzen Kongresse der letzten Jahre und Jahrzehnte zu nichts geführt haben – der CO2-Gehalt der Atmosphäre steigt mittlerweile sogar schneller -  und einige ahnen bereits, dass es dabei auch bleiben wird. Weil sie Naturwissenschaftler sind, ist ihr Verständnis für die Ursachen dieses Fiaskos eher rudimentär, gleichwohl bemerken sie natürlich, dass ihre Forderungen nicht umgesetzt werden, obwohl ihre Expertise von Seiten der UNO oder ihrer Mitgliedsstaaten derzeit nicht angezweifelt wird.

Eines meiner derzeitigen Ziele in diesem Blog ist es, zu den politökonomischen Prozessen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem deutlich und unerfreulich veränderten Planeten führen werden werden, einiges Erhellendes beizutragen (begonnen habe ich hier, hier und hier). Teil dieses Unterfangens muss und wird hoffentlich, as time permits, die Kritik derjenigen Ökoaktivisten sein, die an die Möglichkeit glauben, die Förderung von Öl und Kohle

  • einzustellen, bevor diese fossilen Energieträger auf dem Markt unrentabel werden;
  • durch Marktmechanismen (Emissionszertifikate etc.) unrentabel zu machen.

Leider werden die meisten grünen Aktivisten die Vergeblichkeit des Versuchs, in einer kapitalistischen Marktwirtschaft billige fossile Brennstoffe in der Erde zu belassen, nachdem diese oft bereits „in Wert gesetzt und im Vermögen von Konzernen bilanziert worden sind“*, zu spät einsehen. Entsprechend wird ihre Mitverantwortung an den zu erwartenden Folgen in der Aufrechterhaltung von Illusionen über die Reformierbarkeit des kapitalistischen Marktes bestehen. Die nötige Quasi-Kapitalvernichtung, die das Verbleiben der fossilen Brennstoffe im Boden bedeuten würde, wird in dieser Gesellschaftsformation mit zu hoher Wahrscheinlichkeit nicht stattfinden.

Zu stellen ist, wie üblich, die Systemfrage, und sie betrifft aus meiner Sicht sogar alle denkbaren Marktökonomien. Dem Markt darf nicht die Frage überlassen werden, ob fossile oder erneuerbare Energie genutzt wird.

Wie in meiner anderen neu beginnenden Serie werde ich ausschließlich aktive Klimaforscher zitieren, und auch hier beginne ich mit James Hansen:

ZEIT: Drei Jahre sind seit Ihrem Warnruf verstrichen. Wie hoffnungsvoll sind Sie, dass die Nationen ihm noch folgen?

Hansen: Ich bin weniger optimistisch als vor drei Jahren. Mittlerweile hatte ich die Gelegenheit, mit entscheidenden Leuten zu sprechen. Beispielsweise mit dem deutschen Umweltminister Sigmar Gabriel, auch mit japanischen Politikern. Diese beiden Länder gehören zu den grünsten auf dem Planeten. Ihre Vertreter sagen die richtigen Dinge. Aber ihre Taten reichen nicht, um die Probleme zu lösen.

ZEIT: Hatten Sie die deutsche Regierung selbst angesprochen?

Hansen: Ja, ich schrieb einen Brief an die deutsche Bundeskanzlerin, weil ich dachte: Hier ist eine Naturwissenschaftlerin, die versteht, wo die geophysikalischen Grenzen des Planeten wirklich liegen. Eigentlich ist es doch ganz einfach: Man schaut sich an, wie viel Kohlenstoff die bekannten Reserven von Öl, Gas, Kohle enthalten. Dann sieht man, dass allein in den Öl- und Gasvorräten so viel davon ist, dass die Verbrennung dieser Vorräte die Atmosphäre übers Limit aufladen würde. Und es gibt keinen Weg, auf dem Sie Saudi-Arabien oder Russland verbieten könnten, ihr Öl zu verkaufen.

ZEIT: Aber wir könnten weniger verbrauchen.

Hansen: Schon, aber viele Förderländer subventionieren den Ölverkauf zu Hause und verkaufen dort große Teile ihrer Förderung zu geringen Preisen. Das vor allem treibt den Verbrauch derzeit in die Höhe. Selbstverständlich sollten wir nicht noch den letzten Tropfen Öl verbrauchen – und jedes Vorkommen in der Arktis oder vor den Küsten heben. Aber die Ausbeutung der großen Vorkommen im Mittleren Osten lässt sich nicht verhindern.

ZEIT: Was hat Sigmar Gabriel zu alldem gesagt?

Hansen: Er hat zu vielem Ja gesagt. Ich bemerkte, in Deutschland würden aber immer noch Kohlekraftwerke gebaut. Er antwortete, wenn diese nicht gut genug seien, müsste man die Bedingungen verschärfen. Aber man darf jetzt keine Kohlekraftwerke mehr bauen, die fünfzig Jahre in Betrieb sind. [...]

ZEIT: Wie lautet die Antwort der Politiker?

Hansen: Gabriel sagte, der Emissionshandel werde das Problem lösen. Nur: Wenn das stimmt, warum werden dann neue Meiler gebaut, die einfach nicht zur Lösung des Problems passen?

ZEIT: Die nächste große Klimakonferenz steht bevor. Kommt Ihre Botschaft dort an?

Hansen: Bisher nicht. Man redet über Emissionsziele, wie sie auch das Kyoto-Protokoll vorsah. Daran hat sich die Welt nicht gehalten – und sie wird sich auch an neue Ziele nicht halten…

ZEIT: …wenn CO2 keinen hohen Preis bekommt und Kohlekraftwerke nicht verboten werden?

Hansen: So ist es. Doch der Widerstand ist enorm, die alte Industrie ist sehr mächtig.“

*Elmar Altvater, Kohlenstoffzyklus und Kapitalkreislauf – eine „Tragödie der Atmosphäre“ (im Attac-Band „Ablasshandel gegen Klimawandel?“ von Altvater und Achim Brunnengräber, Hrsg.)

Geschrieben von Volker Radke

Dienstag, Februar 17, 2009 um 5:22

Veröffentlicht in Klimawandel, Politik

Deutschlands Klimapolitik I

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Dies ist der Beginn einer unregelmäßigen Serie über die deutsche Klimapolitik. Ziel der Übung ist es zu zeigen, dass die Gerüchte über die angebliche Vorreiterrolle Deutschlands in diesem Bereich jeder Grundlage entbehren, v.a. ist die Vorstellung absurd, Deutschland könnte je der Klimapolitik den Vorrang vor seiner Autoindustrie geben. Es ist natürlich auch kein Widerspruch, führend in erneuerbaren Energien und gleichzeitig einer der übelsten CO2-Emittenten auf dem Planeten zu sein. Ich werde ausschließlich aktive Klimaforscher zitieren, denn letztlich sind ihre Aussagen die einzig relevanten zum Thema.

Zu Beginn der wohl bekannteste Klimatologe unserer Tage, James Hansen:

„…The German and Australian governments pretend to be green. When I show German officials that fossil fuel reservoir sizes imply that the coal source must be cut off, they say they will tighten the “carbon cap”. But a cap only slows the use of a fuel, it does not leave it in the ground. When I point out that their new coal plants require that they convince Russia to leave its oil in the ground, they are silent. The Australian government was elected on a platform of solving the climate problem, but then, with the help of industry, they set emission targets so high as to guarantee untold disasters for the young and the unborn. These governments are not green. They are black — coal black.

On a per capita basis, the three countries most responsible for fossil fuel carbon dioxide in the air today are the United Kingdom, the United States, and Germany, in that order…“

Geschrieben von Volker Radke

Montag, Februar 16, 2009 um 9:56

Veröffentlicht in Klimawandel, Politik

Elsässer gehackt*

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Vor einigen Jahren habe ich Elsässer nach einer Veranstaltung in Wiesbaden mal gefragt, wie sich so die Buchverkäufe und die Veranstaltungsbesuche nach seiner Abkehr von den Antideutschen entwickelt hätten. Wenn ich mich recht an seine Antwort erinnere, schien sich da nicht viel geändert zu haben, das war allerdings noch vor der Volksinitiative. Er meinte, und es klang bedauernd, dass die Antideutschen nicht mehr in seine Veranstaltungen kämen. Vermutlich wäre ihm dies mittlerweile ganz recht.

Freude kann nur begrenzt aufkommen beim Mitverfolgen der aktuellen Ereignisse um einen Autoren, der einmal Sinnvolleres geschrieben hat, auch wenn einige der Ressentiments, die ihn anzutreiben scheinen, schon länger sichtbar gewesen sind. Dass der von ihm geforderte nationale Keynesianismus nicht und erst recht nicht beim Exportweltmeister Deutschland funktionieren kann und Keynesianismus eine der Grundlagen der heutigen Überakkumulationskrise ist, wird ihn nicht mehr anfressen, den er ist jetzt als Realpolitiker unterwegs, wenn auch als bereits gescheiterter, der die beeindruckende Leistung vollbracht hat, bei bisher mindestens vier Zeitungen/Zeitschriften, bei denen er angestellt war, irgendwann hinauszufliegen. Das ist Kontinuität über alle inhaltlichen Schwenks hinweg.

Die Geschichte der Linken ist zu nicht unerheblichen Teilen eine Geschichte der Seitenwechsel und (wenn es glimpflich abläuft) des Rückzugs ins Private. Und darin unterscheidet sie sich wenig von der Geschichte aller anderen politischen Gruppierungen, in denen es schlecht läuft.

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* Dies betrifft nur seine alte Webpage – Elsässer hat kürzlich ein Blog bei wordpress.com eröffnet, das nach wie vor online ist. Mehr zu Elsässers Wandlungen hier.

Geschrieben von Volker Radke

Donnerstag, Februar 5, 2009 um 11:53

Veröffentlicht in Politik

Platz in der Kirche

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Ein Erzbischof, der sagt:

„Holocaust-Leugner und Antisemiten haben keinen Platz in der Katholischen Kirche.“

Er glaubt, damit seinen Papst zu verteidigen, der gerade ein holocaustleugnendes Mitglied einer antisemitischen Bruderschaft heim in die Kirche geholt hat.

Geschrieben von Volker Radke

Dienstag, Februar 3, 2009 um 11:11

Veröffentlicht in Politik