Elsässer gehackt*
Vor einigen Jahren habe ich Elsässer nach einer Veranstaltung in Wiesbaden mal gefragt, wie sich so die Buchverkäufe und die Veranstaltungsbesuche nach seiner Abkehr von den Antideutschen entwickelt hätten. Wenn ich mich recht an seine Antwort erinnere, schien sich da nicht viel geändert zu haben, das war allerdings noch vor der Volksinitiative. Er meinte, und es klang bedauernd, dass die Antideutschen nicht mehr in seine Veranstaltungen kämen. Vermutlich wäre ihm dies mittlerweile ganz recht.
Freude kann nur begrenzt aufkommen beim Mitverfolgen der aktuellen Ereignisse um einen Autoren, der einmal Sinnvolleres geschrieben hat, auch wenn einige der Ressentiments, die ihn anzutreiben scheinen, schon länger sichtbar gewesen sind. Dass der von ihm geforderte nationale Keynesianismus nicht und erst recht nicht beim Exportweltmeister Deutschland funktionieren kann und Keynesianismus eine der Grundlagen der heutigen Überakkumulationskrise ist, wird ihn nicht mehr anfressen, den er ist jetzt als Realpolitiker unterwegs, wenn auch als bereits gescheiterter, der die beeindruckende Leistung vollbracht hat, bei bisher mindestens vier Zeitungen/Zeitschriften, bei denen er angestellt war, irgendwann hinauszufliegen. Das ist Kontinuität über alle inhaltlichen Schwenks hinweg.
Die Geschichte der Linken ist zu nicht unerheblichen Teilen eine Geschichte der Seitenwechsel und (wenn es glimpflich abläuft) des Rückzugs ins Private. Und darin unterscheidet sie sich wenig von der Geschichte aller anderen politischen Gruppierungen, in denen es schlecht läuft.
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* Dies betrifft nur seine alte Webpage – Elsässer hat kürzlich ein Blog bei wordpress.com eröffnet, das nach wie vor online ist. Mehr zu Elsässers Wandlungen hier.
Rückzug ins Private. Bei Pohrt war es doch auch so ähnlich. Vom ihm hört man ja nichts mehr.
serdargunes
Donnerstag, Februar 5, 2009 um 4:36
Ja, das hätte man sich auch und vor allem bei Elsässer gewünscht.
volkerradke
Donnerstag, Februar 5, 2009 um 5:18