Volker Radke

…bis man ihr das anmerkt

Archiv für April 2009

Privatisierung und Finanzkrise

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Sparbier-Initiative, Hamburg:

>>Auch die Milliarden, die durch die Privatisierung kommunal-öffentlicher Einrichtungen und Flächen generiert wurden, haben zu der „Finanzblase“ geführt, die jetzt geplatzt ist.

Die Wertevernichtung im Finanzsektor, löst sich, entgegen allen Beschwörungen, doch nicht in eine „Wiederbelebung der Finanzmärkte“ auf. Im Gegenteil: Die Kette von Entwertungen, Kursabstürzen, eingetretenen und abgewendeten Bankpleiten erinnert alle, die außer ihrer Arbeitskraft und ein paar Rücklagen nichts haben, an die absolute Abhängigkeit ihrer Existenz vom Erfolg der Verwertung des Kapitals anderer. Zu dieser unmündigen Position gehört, dass die vom Lohn Abhängigen sich den Erfolg (bzw. die „Rettung“) der anderen wünschen müssen, dass sie überhaupt mit den „Sachzwängen“, denen sie unterworfen sind, affirmativ umgehen. Der Exportweltmeister Deutschland lebt davon, dass seine Waren anderswo die Konkurrenten verdrängen, also auch die Existenz der Leute, die anderswo auf Lohn angewiesen sind, hinabdrücken. Mit den Krediten und Börsenkursen, die jetzt entwertet werden, wurden Märkte erobert und Geschäfte gemacht. Zu dem Geld, das in den letzten Jahren in die Finanzwirtschaft strömte, gehören auch die Milliarden, die durch Reallohnsenkungen, Kürzung des Arbeitslosengeldes, Verlängerung der Arbeitszeit, Einsparungen bei den Gesundheits-Aufwendungen und durch die Privatisierung kommunal-öffentlicher Einrichtungen und Flächen zusammen kamen. Eine wirkliche Gegenwehr hat es nicht gegeben. Die Diskurshoheit der Prediger der Derugulierung, Privatisierung und Verarmung war zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Bei der Jagd der Springer-Medien auf „Florida-Rolf“ haben viele mitgemacht. Unter „Gerechtigkeit“ verstehen viele, dass der Nachbar genau so wenig haben soll wie man selbst. So haben auch die an der jetzigen Situation mitgewirkt, die man nun wieder zwecks „Bankenrettung“
zur Kasse bitten wird. Sie zweifeln jetzt vielleicht etwas an der globalen Marktwirtschaft, aber ihre Angst vor dem großen Absturz wird sie eher dazu veranlassen, auf die Nation und Verschwörungstheorien zu setzen. Auch die Kirchen stehen schon bereit, um den Aberglauben zu stärken und so die Aufklärung über die Gründe der Krise, die vielen wie eine Naturgewalt vorkommt, zu verhindern…<<

Geschrieben von Volker Radke

Donnerstag, April 23, 2009 um 8:29

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„Bittgesuch an eine Bombe“

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>>Wenn du niedergehst,
Bombe Nummer Achtundvierzigtausendneunhundertundzehn,
Über die bayrischen Berge oder die märkischen Seen,
Lass alle Fabriken in Flammen aufgehn,
Zersplittre die Tanks und zermalm die Kanonen,
Auch der Räuber Paläste wolltest du gefl. nicht schonen,
Noch der Mörder und Huren auf wackeligen Thronen.

Jedoch, die Gänseblümchen und Samtanemonen,
Die am mitteleuropäischen Wiesenpfad
So schuldlos verträumt und gänzlich privat,
Auch garantiert ohne politische Absichten wohnen,
Die Anemonen -
Bombe Nummer Achtundvierzigtausendneunhundertund zehn,
Die Anemonen, die lass stehn.

Gott wird dirs lohnen.<< (Mascha Kaléko)

Geschrieben von Volker Radke

Donnerstag, April 23, 2009 um 4:57

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Sitzen bleiben für den Gasdeal

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Huber Moosler, Basler Zeitung:

>>Ausgerechnet die Schweizer und die Norweger blieben im Saal, als der iranische Staatspräsident an der Genfer Rassismus-Konferenz Israel beschimpfte. Ein Zufall? Kaum, denn die Schweiz und Norwegen planen ein gemeinsames Gasprojekt mit dem Iran…<<

Geschrieben von Volker Radke

Donnerstag, April 23, 2009 um 8:42

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Gleichberechtigung im Verständnis von Jürgen Elsässer

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Jürgen Elsässer:

>>Er [Ahma­dinedschad, VR] will das “zionistische Regime” beseitigen, was nicht das gleiche ist wie die Beseitigung Israels. Im Iran selbst leben Juden gleichberechtigt und sicher.<<

Bis auf ein paar Kleinigkeiten:

>>Zwischen dem Iran und Israel gibt es keine direkten Flugverbindungen. Juden, die den Iran dorthin verlassen wollen, müssen über ein geheim gehaltenes Drittland ausreisen. Noch schlimmer ist es für iranische Juden, die im Ausland leben und immer noch den iranischen Pass besitzen. Besuche oder auch nur ein Urlaub in Israel kann verheerende Folgen für die Familienmitglieder mit sich bringen, die noch im Iran leben, da das islamische Regime diese Einreisen nicht duldet und in einer Art Sippenhaft bestraft. Ich kenne nicht wenige iranische Juden, die beispielsweise in Deutschland leben und die iranische Staatsbürgerschaft besitzen: Sie reisen selten zu ihren Verwandten nach Israel, da sie genau wissen, welche Folgen ihr Besuch haben würde und welchen Repressalien ihre Familienmitglieder «zu Hause» ausgesetzt sein würden.

[...]

Zwar wird gesagt, dass die Vernichtungsbedrohungen Ahmadineschads gegen Israel ihr Leben nicht beeinflusse, andererseits weiß man, dass Juden, wie auch Nichtmuslime, «Bürger zweiter Klasse» im Iran sind. Sie dürfen zum Beispiel keine Berufssoldaten oder etwa Schuldirektoren werden. Genauso sind sie von Jobs in den Sicherheitsdiensten und der Rechtssprechung vollkommen ausgeschlossen.

[...]

Ein weiteres Indiz für die ethnische Ungleichheit tritt in Bezug auf das Erbrecht ein. Tritt ein Jude zum Islam über, erbt er laut Gesetz den gesamten Besitz seiner jüdischen Familie – so zumindest die geltende iranische Rechtsauffassung.<< (Sonia Azadi, Jüdische Zeitung)

Geschrieben von Volker Radke

Mittwoch, April 22, 2009 um 9:38

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„Israel-Hasser“

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Für einen deutschen Alpha-Blogger ist Ahmadinedschad kein Israel-Hasser, sondern ein „Israel-Hasser“, der nicht Hassbotschaften verbreitet, sondern „Hassbotschaften“.

Einem Papst, welcher gerade einen Holocaustleugner heim in die Kirche geholt hat, bescheinigt er, „einmal mehr resistent gegen israelische Beeinflussungsversuche“ gewesen zu sein, „auch wenn der Vatikan wahrlich kein Hort von Toleranz ist“.

Von Lobbyisten kann er nur auf Seiten Israels reden, und das gleich dreimal, und im Kommentarteil legt er noch nach. Leider kann diese mächtige Lobby trotz aller Anstrengungen noch nicht einmal verhindern, dass Ahmadinedschad „seine überspitzte Kritik an Israel [nutzt] …um innen- und außenpolitisch zu punkten“.

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Lowlights aus den Kommentaren:

„Der Zionismus hätte schon längst mit dem Rassismus gleichgestellt werden sollen…“

„Also Leute, Zionismus ist Rechtsextremismus…“

„Für ein solches Israelbild wie du es hast, musste die AIPAC ganz tief in ihr Goldsäckchen greifen, denn Propaganda kostet halt Geld.“

Geschrieben von Volker Radke

Dienstag, April 21, 2009 um 5:51

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Steve Coleman – Stone Bone (Can’t go wrong)

Coleman ist so freundlich, komplette Downloads seiner nicht mehr so leicht erhältlichen früheren Platten anzubieten. Ich habe enorme Bewunderung für die fantastische Präzision, mit der er und viele seiner Mbase-Kollegen spielen. Wer seinen Jazz nicht lyrisch haben muss und sich für kalt durchkalkulierte Polyrhythmik interessiert, ist bei ihm genau richtig.

Geschrieben von Volker Radke

Donnerstag, April 16, 2009 um 2:37

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Das politische Scheitern der Klimaforscher IV

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David Adam, guardian.co.uk:

>>Almost nine out of 10 climate scientists do not believe political efforts to restrict global warming to 2C will succeed, a Guardian poll reveals today. An average rise of 4-5C by the end of this century is more likely, they say, given soaring carbon emissions and political constraints.

[...]

Some of those surveyed who said the 2C target would be met confessed they did so more out of hope rather than belief. „As a mother of young children I choose to believe this, and work hard toward it,“ one said.

„This optimism is not primarily due to scientific facts, but to hope,“ said another…<<

Geschrieben von Volker Radke

Dienstag, April 14, 2009 um 4:54

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Gewaltdebatte, Christentum und deutsches Kulturerbe

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Anders als das Spielen von Egoshootern ist die Konfrontation mit dem Abbild eines Folteropfers am Kreuz dem Seelenleben junger Menschen in unserer Kultur zumutbar, zumindest gibt es keine Altersbegrenzung für den Kirchgang.

Auch zumutbar ist Folgendes:

„Sie beugten sich über den Rand, um alles betrachten zu können – da faßte der Meister mit krampfhaft gepreßten Fingern den schweren Deckel und ließ ihn mit voller Wucht auf die Nacken der Knaben herniedersausen. In aller Ruhe begrub er die Leiber der Königskinder, die Hirnschädel aber nahm er und überzog sie mit feinem Gold – sie sollten König Nidung als Trinkbecher dienen. Aus den Augen machte er vier strahlende Edelsteine und aus den Zähnen ein kostbares Halsgeschmeide…“ (Wieland der Schmied, aus einer Sammlung deutscher Heldensagen für Schüler)

Geschrieben von Volker Radke

Sonntag, April 5, 2009 um 7:50

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Benny Heiser: A Hoax

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Sollte es ihm je auffallen, wird er immer noch behaupten können, es gewusst zu haben: Bei Jennifer Marohasys Ankündigung, die UN würden „Klimaskeptiker“ zur nächsten Klimakonferenz einladen, handelt es sich um einen Aprilscherz.

Dass die zweibeinige Copy&Paste-Machine Peiser so etwas merken könnte, erscheint jedoch zweifelhaft.

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(edit: ein weiteres Beispiel für Peisers unbedingte Bereitschaft, an Aprilscherze zu glauben, die ihm in den Kram passen)

Geschrieben von Volker Radke

Donnerstag, April 2, 2009 um 10:43

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Rot-Grün und CO2

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An dieser Tabelle sieht man schön, dass die rot-grüne Regierung während ihrer Amtszeit nur wenig klimafreundlicher war als die CDU/FDP-Regierung. Diese hatte Anfang der 90er durch die Abwicklung der DDR-Industrie den deutschen CO2-Ausstoß tatsächlich, wenn auch unintendiert, bis 1995 um fast 10% reduziert. Die Jahre nach 1995 brachten sowohl unter schwarz-gelb als auch unter rot-grün nur noch Stagnation.

Geschrieben von Volker Radke

Donnerstag, April 2, 2009 um 8:39

Veröffentlicht in Klimawandel, Politik