Volker Radke

…bis man ihr das anmerkt

Gleichberechtigung im Verständnis von Jürgen Elsässer

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Jürgen Elsässer:

>>Er [Ahma­dinedschad, VR] will das “zionistische Regime” beseitigen, was nicht das gleiche ist wie die Beseitigung Israels. Im Iran selbst leben Juden gleichberechtigt und sicher.<<

Bis auf ein paar Kleinigkeiten:

>>Zwischen dem Iran und Israel gibt es keine direkten Flugverbindungen. Juden, die den Iran dorthin verlassen wollen, müssen über ein geheim gehaltenes Drittland ausreisen. Noch schlimmer ist es für iranische Juden, die im Ausland leben und immer noch den iranischen Pass besitzen. Besuche oder auch nur ein Urlaub in Israel kann verheerende Folgen für die Familienmitglieder mit sich bringen, die noch im Iran leben, da das islamische Regime diese Einreisen nicht duldet und in einer Art Sippenhaft bestraft. Ich kenne nicht wenige iranische Juden, die beispielsweise in Deutschland leben und die iranische Staatsbürgerschaft besitzen: Sie reisen selten zu ihren Verwandten nach Israel, da sie genau wissen, welche Folgen ihr Besuch haben würde und welchen Repressalien ihre Familienmitglieder «zu Hause» ausgesetzt sein würden.

[...]

Zwar wird gesagt, dass die Vernichtungsbedrohungen Ahmadineschads gegen Israel ihr Leben nicht beeinflusse, andererseits weiß man, dass Juden, wie auch Nichtmuslime, «Bürger zweiter Klasse» im Iran sind. Sie dürfen zum Beispiel keine Berufssoldaten oder etwa Schuldirektoren werden. Genauso sind sie von Jobs in den Sicherheitsdiensten und der Rechtssprechung vollkommen ausgeschlossen.

[...]

Ein weiteres Indiz für die ethnische Ungleichheit tritt in Bezug auf das Erbrecht ein. Tritt ein Jude zum Islam über, erbt er laut Gesetz den gesamten Besitz seiner jüdischen Familie – so zumindest die geltende iranische Rechtsauffassung.<< (Sonia Azadi, Jüdische Zeitung)

Geschrieben von Volker Radke

Mittwoch, April 22, 2009 um 9:38

Veröffentlicht in Politik

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