Klimawandel und materialistische Dialektik
>>…Schon im Juni 2008 warnte Hansen in einer Rede vor dem US-Kongress, dass die Zeit zu handeln äußerst knapp bemessen sei. „Elemente eines perfekten Sturms“ seien nachweisbar, eine „globale Katastrophe“ stehe kurz bevor. Auch Hansen geht – ähnlich wie Flannery – davon aus, dass die erreichte Konzentration von CO2-Partikeln in der Atmosphäre bereits zu hoch sei. Das Klima könnte sehr bald diesen „Punkt des Umkippens“ erreichen. Sei dieser Punkt überschritten, würde es sich mittels positiver Rückkopplungen „dynamisch jeglichen Kontrollversuchen der Menschheit entziehen“.
Umschlagen von Quantität in Qualität Was Hansen, Holdren und andere Wissenschaftler hier (wieder-)entdeckt haben, ist eine alte Gesetzmäßigkeit materialistischer Dialektik. Die geht seit Marx’ Zeiten davon aus, dass beständige, quantitative Änderungen in einem komplexen System – wie in diesem Fall der Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre – ab einem bestimmten Punkt zu einem plötzlichen, qualitativen Sprung führen, der das System in einen gänzlich anderen Zustand überführt. Wie dieses „Umschlagen von Quantität in Qualität“ vonstatten geht, kann jeder seit 1878 im „Anti-Dühring“ und seit 1883 in der „Dialektik der Natur“ nachlesen. Im gewissen Sinne entdeckt die Naturwissenschaft gerade die Marx’sche materialistische Dialektik neu – freilich, ohne dies zu bemerken…<<