Volker Radke

…bis man ihr das anmerkt

Battlestar Galactica

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Warum ich es selbst als SF-Fan nie geschafft habe, mir mehr als einige Folgen der neuen Serie anzuschauen:

- Familiendrama ohne Ende. Was für ein Problem Lee Adama mit seinem Daddy hat, möchte ich einfach nicht wissen. Selbst die interessanteren Folgen waren aufdringlich mit öden Beziehungskisten durchsetzt, von denen die Macher wohl annehmen, dass ohne sie das Publikum zu klein würde. Mein Alptraum ist, dass sie Recht haben könnten.

- Jeder an Bord der Galactica könnte ein cylonischer Schläfer sein, was erstmal spannend klingt. Leider erzeugt das jedoch weniger suspense als Beliebigkeit, zumal die Cylonen selbst sich irgendwann nicht mehr einig sind. Ohne Frage ist es zu begrüßen, wenn Gut und Böse in einer SF-Serie mal nicht so eindeutig verteilt sind.

- Die Auftritte des fahrigen Baltar, der unter der Last seiner Lügen und seines Verrats leidet, und der Präsidentin sind, was durchaus beabsichtigt sein kann, sehr anstrengend anzuschauen. Die Rhythmisierung und der Schnitt dieser Szenen bereitet mir körperliches Unbehagen.

- Generell schafft die Serie für nicht, was den besten Folgen von Star Trek und Babylon 5 gelungen ist – Spannung und Tempo über eine Folge oder auch mehrere hinweg aufzubauen.

- Gegen Ende wird es arg spirituell, und auch hier macht mir Sorgen, dass man in SF-Serien am Ende ohne Religion (oder wenn die Religiösen mal die bad guys wären) zu wenige Zuschauer hätte. Auch in Babylon 5 und Star Trek war das kaum anders, obwohl der Macher von Babylon 5 sogar ein erklärter Atheist ist.

Die Idee, dass eine kleine Flotte, von Feinden verfolgt, auf der Suche nach der lange vergessenen Erde ist, ist episch, doch leider wurde sie sowohl in der Orginalserie als auch im Remake unbefriedigend umgesetzt. Die irrsinnigste handlungsimmanente Begründung für Einsparungen lieferte dabei die zweite Staffel der Originalserie: Weil die menschlichen Flüchtlinge über Jahre hinweg mit Überlichtgeschwindigkeit geflogen sind, sind sie in der Zeit rückwärtsgereist, bis sie die Erde ausgerechnet in dem Moment finden, als dort das Jahr 1980 ist, und man auf das Erstellen von futuristischen Requisiten und Sets verzichten kann. Man muss die Originalserie also wirklich nicht gesehen haben.

Dafür wird die Erde in der neuen Serie gleich zweimal gefunden, und wie das kommt, haben mir selbst zwei Freunde, die die Mehrzahl der Folgen gesehen haben, nicht wirklich erklären können. Wikipedia weiß es jedoch:

>>Am Ende der Serie erfahren die Zuschauer, dass die von den Kolonisten gesuchte „Erde“ nicht „unsere“ Erde ist. Nachdem es den Kolonisten und den mit ihnen verbündeten Zylonen (allen voran den „Final Five“) gelungen ist, die feindlichen Zylonen auszuschalten, finden sie durch einen Zufall die „neue“ (unsere) Erde. Die Menschen beschließen, dort noch einmal ganz von vorn, ohne fortgeschrittene Technik anzufangen. Die Navigationscomputer der Flotte werden mit dem System der Galactica gekoppelt und von Sam Anders, einem der „Final Five“, in die Sonne gesteuert, den überlebenden Zenturios der mit den Menschen verbündeten Fraktion wird das Basisschiff überlassen, mit dem sie davon fliegen. Die Menschen und die verbleibenden zylonischen Replikanten lassen sich auf unterschiedlichen Gebieten der Erde nieder, so dass sie gemeinsam mit den eigentlichen Ureinwohnern der Erde die Stammeltern der irdischen Menschheit werden.<<

Sicherlich nicht das Schlechteste an der neuen Serie von 2004 ist dieser Auftritt bei David Letterman.

Geschrieben von Volker Radke

Mittwoch, August 26, 2009 um 10:04

Veröffentlicht in Kultur

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